Ein Traum für Fliegenfischer - Mattar

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Ein Traum für Fliegenfischer

Interessantes > Das oostvoornse Meer

Das Oostvoornse Meer - gelegen am "Europoort" von Rotterdam, hat eine Fläche 250 Hektar. Da es sich um Salzwasser handelt, findet man hier andere biologische Beschaffenheit vor, als im Süßwasser.

Die Regenbogenforellen, seltener auch Bachforellen, ernähren sich hier hauptsächlich von Heringen, Stichlingen, Asseln und Garnelen. Das Ufer besteht hauptsächlich aus Dünen. Die Uferböschung fällt leicht ab und bildet grobe Felsenhügel, während manchmal ein hübscher Strandstreifen den Küstencharakter des Ortes verstärkt.

Fünfzig Meter von der Uferböschung entfernt, umringen niedrige Steinwalle, welche an kleine Wellenbrecher erinnern, fast den ganzen See, um die Trennung zwischen der flachen Zone und der größeren Tiefe anzuzeigen. Dies um zu vermeiden, dass Kinder welche schwimmen möchten, in die tieferen Zonen gelangen. Der See fällt auf 5 bis 10 m, stellenweise auf über 40 m ab. Die Zone zwischen Ufer und Steinwall, welche sich progressiv verändert und Tiefen bis 1,5 m erreicht, erinnert manchmal an die "Flats" auf den Bahamas oder in Florida. Teils durch ihr Aussehen, teils wegen der hervorragenden Bedingungen zum Fischen. Denn in der Tat handelt es sich bei diesem See, der den Tauchern, Windsurfern und Schwimmern vorbehalten ist, auch um ein exellentes Fischgewässer, sei es in den "Flats" oder der tieferen, entgegengesetzten Seite der Buhnen, wo die Forellen ein üppiges Nahrungsangebot vorfinden. Das Nahrungsangebot ist wirklich hervorragend, denn stellen Sie sich vor, die Forellen in diesem See wachsen pro Monat um 2 cm.

Beim Einsetzen in den See haben die Forellen eine Größe um die 40 cm. Sie wachsen derart schnell, daß der Fang einer Forelle von 60 cm hier nichts Besonderes ist. Die Kampfkraft dieser Forellen steht der einer Steelhead in keiner Weise nach. Ganz im Gegenteil, man kann eine gehakte Forelle wahrlich mit einem "Schnellzug" vergleichen, der dem Angler, und ganz besonders dem Gerät alles abverlangt. Manche behaupten das "Oostvoornse Meer" sei das beste stehende Großforellengewässer der Welt. Nicht umsonst strömen Fischer aus allen Teilen der Welt hierher ( Japan, Skandinavien, U.S.A., ... ) in der Hoffnung den bestehenden Rekord von 1,10 m auszugleichen oder sogar zu überbieten.

Das Streamerfischen ist hier besonders wirksam, wenn die Forellen im Sommer in den Heringsbänken jagen. Ansonsten fischt man mit Imitationen von unbebleiten Asseln oder beim Trockenfischen mit einer Imitation von schwarzen Fliegen, die in den Büschen des Sees ausschlüpfen und früher oder später im Wasser landen.

Der Fliegenfischer sollte sich Angeltechnisch schon gut vorbereiten, denn das Vorfach darf in diesem See an der Spitze nicht weniger als 0,22 mm betragen. Bei der Präsentation einer Trockenfliege recht dick. Man sollte sich also etwas einfallen lassen, um die "Nylonschnur" vor den scharfen Augen der Forellen so unsichtbar wie möglich zu machen, da sie es meist nicht besonders eilig haben, die Fliege ohne vorherige sorgfältige Inspektion zu nehmen.

Ein Schnellzug in der Garage

Einer der wesentlichen Schlüssel um in diesem See Erfolg zu haben, ist die Notwendigkeit die Vorfachspitze von 0,22 mm vor den scharfen Augen der Forellen so unsichtbar wie möglich zu machen. Das Zauberwort heißt hier "Fluorcarbon". Die Tragkraft dieser Schnüre ist zwar etwas geringer als die einer normalen Schnur, jedoch wirft und streckt sich diese Schnur viel besser und einmal unter der Wasseroberfläche eingetaucht, ist diese Schnur fast unsichtbar. Man darf nicht vergessen das Vorfach gründlich zu entfetten, denn diese vorsichtigen Fische drehen sofort ab, wenn jemand mit seiner Schnur Furchen auf der Wasseroberfläche zieht.

Lassen sie sich nicht davon abhalten auch windige Stellen abzusuchen. Einige Wellen werden ihnen vielleicht das Entdecken ihrer Fliege erschweren, aber mindern erheblich das Misstrauen des Fisches gegenüber ihrer Gegenwart. Nehmen die Forellen Nahrung an der Oberfläche, sind die Ringe meist heftig genug, um nicht unbemerkt in den Wellen zu bleiben. Sich in die Zone zu begeben von wo der Wind bläst, ist empfehlenswert, denn man sollte bedenken, dass der Fisch sich von Insekten ernährt, die der Wind auf die Wasseroberfläche trägt. Wahrscheinlich werden sie sehr schnell feststellen dass der Fisch, man erkennt es an den Ringen, seine Nahrung oft weit draußen zu sich nimmt. Oft muss man weit werfen, um diese Stellen zu erreichen. Rüsten sie sich mit Gerät aus, welches in der Lage ist weit und bedächtig zu werfen. Eine Schnur der Klasse 5 ist ein Minimum, besser sind Schnüre bis Klasse 6, 7 oder 8. Ebenso effektiv und immer mehr in Gebrauch sind Schussköpfe. Mit ihnen kommt man hervorragend gegen den Wind an und erreicht so genügend Weite. Im Sommer wenn es lange hell bleibt, werden gerne durchsichtige Schnüre verwendet, um so wenig Scheuchwirkung wie möglich zu haben. Die Rute sollte so gewählt sein, dass sie in der Lage ist die oft schweren und enorm kampfstarken Fische zu ermüden. Die Einstellung der Bremse sollte sehr sorgfältig erfolgen, ansonsten ist ein Schnurbruch fast vorprogrammiert. Sollte jemand bereits mal den Biss einer guten Forelle an diesem See miterlebt haben, der weiß wovon ich rede.

Die erfolgreichsten Trockenfliegen an diesem See sind Imitationen brauner und schwarzer Erdinsekten. Die Weißdornfliege ( Hawthorn Fly) ist sehr erfolgreich von Mitte April bis Anfang Mai, denn die Ufer sind stellenweise davon übersät. Sie werden dann regelmäßig welche auf der Wasseroberfläche entdecken, die versuchen zappelnd das Ufer zu erreichen . Später verwenden sie eher Imitationen von schwarzen Mücken, gebunden auf Haken 16 oder 18, besonders dann, wenn keine Weißdornfliegen mehr schlüpfen. Die Fische wissen genau was sie wollen. Versuchen sie also nicht Fliegen anzubieten, die dem natürlichen Insekt nicht genügend ähnlich sind.

Das Fischen mit Streamer oder Zonker

Hier kann man etwas zügiger fischen, da der Streamer oder Zonker ja einen Beutefisch imitiert. Fischen sie im Sommer mit solch einem Köder in den Heringsschwärmen, so kann ein gut geführter Streamer oder Zonker wahre Fischmonster anlocken. Die Heringsschwärme an der Oberfläche sind leicht von weitem zu erkennen. Man kann behaupten, das Wasser kocht, besonders dann, wenn der Schwarm durch eine oder mehrere raubende Forellen aufgesucht wird. Sollte sich eine Forelle für ihren Köder interessieren, man erkennt dies an einer sich nähernden Bugwelle Richtung Köder. Verlieren sie nun bitte nicht die Nerven. Lassen sie ihren Köder kurz ruhen, und bewegen ihn dann mit kleinen kurzen Rucken ähnlich einem flüchtenden Beutefisch. Sollte der Fisch nicht sofort zuschnappen, wiederholen sie dies. Bewegen sie den Köder zu schnell oder hektisch, dreht der Fisch in den meisten Fällen ab. Sollte die Forelle, und ich hoffe es ist eine gute, den Köder attackieren, so rechnen sie mit dem Schlimmsten. Sollte ihre Angelausrüstung nicht 100 % in Ordnung sein, so werden sie den Fisch mit größter Sicherheit verlieren, denn nach dem Anhieb werden sie verstehen was ich mit "Schnellzug" meine. Dieses Erlebnis wird sie mit Sicherheit infizieren, sie werden immer wieder hierher zurückkehren.

Zeigen die Forellen sich nicht an der Oberfläche, so ist das Fischen mit dem Belly Boat sehr effektiv. Hier kann man kleinere Streamer oder Zonker verwenden und erzielt auch so gute Ergebnisse.

Das Nymphenfischen

Man verwendet hauptsächlich Imitationen von Asseln und Shrimps. Die Farbe grün ist am effektivsten, braun oder rötlich geht manchmal auch. Sie schlüpfen Mitte Mai und müssen unbebleit angeboten werden. Sie sollen etliche Zeit knapp unter der Oberfläche treiben. Während dieser Zeit sind die Forellen besonders an diesen Nympfen interessiert. Holen sie den Köder in langsamen, sehr kurzen Rucken ein, gefolgt von langen Pausen. Ein zu schnell eingeholter Köder vergrämt jede Forelle. Auch hier kann der Anbiss sehr heftig erfolgen, erschrecken sie nicht. Die beste Zeit zum Fischen ist die vor Sonnenaufgang und ganz besonders der sogenannte Abendsprung. Es ist die Zeit, wo die Fische zum Ufer kommen um vom Nahrungsangebot der flacheren Zonen zu profitieren. Bei Anbruch der Dunkelheit verlieren auch die größeren Fische ihre Scheu und näheren sich dem Ufer. Es ist ein herrlicher Anblick einen solchen Fisch zu beobachten, wie er in wenigen Metern Entfernung, im Flachen und mit der Rückenflosse an der Oberfläche nach Nahrung sucht. Werfen sie in diesem Falle ihre Fliege sehr vorsichtig in die Richtung, wo sie vermuten, dass der Fisch sich hinbewegt. Warten sie ruhig etliche Sekunden bevor sie dem Köder kurz Leben einhauchen. Und oft löst dieses kurze erste Rucken eine heftige Bugwelle aus, gefolgt von einem schier unglaublichen Anbiss. Dem wird eine mehr oder weniger heftige Flucht folgen, aus der sie nur dann als Sieger hervor gehen können, wenn ihr Angelgerät bestens eingestellt ist.

Einer der Fehler, den die meisten Angler begehen ist, dass sie die Fliege zu schnell einziehen. Die Züge müssen kurz und die Pausen lang sein. Ich weiß dass es verführerisch ist die Nympfe zu bewegen, aber die Fische scheinen total unbeeindruckt einer Fliege gegenüber, die sich zu schnell bewegt. Diese Asseln sind in der Regel sehr faul und bewegen sich nur in begrenztem Maße. Wie bereits erwähnt, ist die beste Angelzeit am frühen Morgen und abends bis 2 Stunden nach Sonnenuntergang. Diese Zeit wird auch von den lokalen Fliegenfischer genutzt. Es kann auch tagsüber jederzeit ein Fisch beißen, jedoch sind die Chancen derart gering, dass die meisten Fischer die Zeit nutzen um sich im Auto bei einer kleinen Siesta auf die Abendstunden vorzubereiten, sich zu bräunen, ein Gläschen trinken zu gehen oder sogar eine Runde Windsurfen abzuhalten.

Empfehlungen

Legen sie beim Fischen nie ihre Rute am Boden, wenn sich ihr Köder noch im Wasser befindet. Bei einem Anbiss könnte das leicht ihr Gerät kosten.

Worauf sie besonders Wert legen sollten, ist nicht nur die Pflege ihrer Fliegenrolle sondern achten sie beim Fischen darauf, dass die Rolle fest an der Rute befestigt ist. Die Verbindung vom Backing zur Fliegenschnur muss stimmen. Ist das Vorfach korrekt angebunden oder eingeschlauft ? Verwenden sie nur eine Fliegenrolle mit fein einstellbarer Bremse. Achten sie bereits vor dem Fischen drauf, dass die Bremse fein genug eingestellt ist. Es sollte genügend Backing auf der Rolle sein. Für eine "kleine" Forelle bis 60 cm werden sie das Backing wohl kaum zu sehen bekommen, aber wehe es beißt ein größeres Exemplar an, dann werden sie froh sein mindestens 100 Meter aufgespult zu haben. Achten sie nach jedem Aufspulen darauf, dass die Fliegenschnur sauber auf der Rolle ist. Prüfen sie öfter ob sich kein kleiner Knoten im Vorfach gebildet hat. Benutzen sie einen Schnurkorb, denn sollte sich die Schnur zwischen den Steinen einklemmen, so kann dies zum sicheren Schnurbruch führen.

Bei Wind werden öfter Schnüre verwendet, die nur wenige Zentimeter unter der Wasseroberfläche absinken. Ein schnelles Abtreiben der Schnur wird so reduziert. Nach ihrer Angeltour sollte die Rute, ganz besonders aber die Rolle gut mit klarem Wasser ausgespült werden, um Salzreste zu vermeiden. Lassen sie die Fliegendosen im Auto liegen und nehmen nur die Fliegen mit, die sie auch wirklich brauchen. Am besten in einer wasserdichten Fliegendose. Auch die Fliegen sollten später gut ausgespült werden, um das Einrosten der Haken zu vermeiden.

Einen gehakten und gelandeten Fisch bitte nicht direkt auf die Steine der Buhnen legen, die Verletzungsgefahr ist zu groß.


© Bericht von Jean-Pierre Mattar

 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü